Gonzaga


Gonzaga
I
Gonzaga
 
[gondz-], oberitalienisches Fürstengeschlecht, benannt nach der Burg Gonzaga bei Mantua. Seit dem 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt, kamen die Gonzaga hier als Verbündete und Nachfolger der Familie Bonacolsi, die seit 1276 die Signorie innehatte, zur Macht. 1328 gewann Luigi (auch Ludovico I. Gonzaga, * 1267, ✝ 1360) die Signorie Mantua, 1329 wurde er von Kaiser Ludwig IV., dem Bayern, mit dem Reichsvikariat über Mantua belehnt. Von den Kaisern 1362 zu Grafen, 1433 zu Markgrafen, 1530 zu Herzögen von Mantua ernannt, wurde den Gonzagas 1536 von Karl V. auch die Markgrafschaft Monferrato zugesprochen. Damit erreichten sie den Höhepunkt ihrer politischen Bedeutung, gleichzeitig mit Francesco II. Gonzaga (* 1466, ✝ 1519), der mit Isabella d'Este verheiratet war, auch ihre kulturelle Glanzzeit. Ferrante Gonzaga (* 1507, ✝ 1557), Graf von Guastalla, der sich als Feldherr Karls V. hervortat, wurde vom Kaiser zum Vizekönig von Sizilien (1536-46) und zum Gouverneur von Mailand (1546-55) ernannt. Es gab mehrere Nebenlinien der Gonzagas: die Fürsten von Bozzolo (bis 1703), von Novellara (bis 1728), die Herzöge von Guastalla (bis 1746) und die Markgrafen von Luggara (bis 1794). Die Hauptlinie in Mantua erlosch 1627. Um ihr Erbe kam es zum Krieg (Mantuanischer Erbfolgekrieg).
 
 
S. J. L. Brinton: The G., Lords of Mantua (London 1927).
 
II
Gonzaga
 
[gɔ̃'zaga], Tomás António, Pseudonym Dirceu [dir'seu], portugiesisch-brasilianischer Lyriker, * Porto 11. 8. 1744, ✝ in Moçambique 1810; 1792 wegen angeblicher Beteiligung an der Minas-Verschwörung von 1789 (Inconfidência Mineira) in Vila Rica, wo Gonzaga königlich-portugiesischer Auditor war, nach Moçambique verbannt; wurde berühmt durch seine leidenschaftlichen melancholischen Gedichte »Marília de Dirceu« (1792-99, 2 Teile) über seine Liebe zu der jungen Maria Joaquina Dorotéia de Seixa (Marília).
 
Ausgabe: Obras completas, herausgegeben von M. Rodrigues Lapa, 2 Bände (1957).
 

Universal-Lexikon. 2012.

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